10.10.2017

Mehr Gehalt und Sicherheit für die Mitarbeiter

Seniorenzentrum Alte Stadtgärtnerei wendet TVöD an

„Ich freue mich und bin stolz darauf, dass wir in der heutigen Zeit eine solche Vereinbarung abschließen konnten und entgegen dem Trend neu in den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst eintreten“, sagt Ekkhard Meyer, Geschäftsführer der Städtisches Pflegezentrum Lüneburg gemeinnützige GmbH, dem Träger des Seniorenzentrums Alte Stadtgärtnerei (SAS). Seit September 2017 gilt für die 110 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein sogenannter Anwendungstarifvertrag, der die Eingruppierung in das Entgeltsystem des TVöD und eine stufenweise Anpassung der Gehälter festlegt. Im Jahr 2022 werden diese zu 100 Prozent den Gehaltsstufen des TVöD entsprechen. Abhängig von ihrer Qualifikation und Dauer der Beschäftigung im Seniorenzentrum erhalten manche Kollegen jetzt 30 Prozent mehr als bisher. Für examinierte Pflegekräfte, die schon lange am SAS tätig sind, bedeutet das eine Gehaltssteigerung um monatlich 360 Euro brutto. Die Auszubildenden in der Altenpflege beginnen bereits jetzt mit 100 Prozent des TVöD-Entgelts.

„Wir wollen mithelfen, die Altenpflege aufzuwerten und den Beruf attraktiver zu machen. Nur so kann der Bedarf an Pflegekräften mittelfristig gedeckt werden“, beschreibt der Geschäftsführer die Motivation des Unternehmens, konstruktiv und lösungsorientiert auf den Verhandlungsvorschlag von ver.di einzugehen. Deren Lüneburger Gewerkschaftssekretär Robert Kirschner betont: „Die Anwendung des TVöD bedeutet mehr als eine reine Gehaltserhöhung. Durch die Eingruppierung erfolgt ein garantierter Stufenaufstieg, der unabhängig von möglichen Tariferhöhungen ist. Gemeinsam mit der verlässlichen Krankengeldaufstockung bedeutet das für die Beschäftigten mehr Sicherheit und bessere Planbarkeit für persönliche Entscheidungen.“

Freuen sich über den Vertragabschluss (v. l.): ver.di Gewerkschaftssekretär Robert Kirschner, Heimleiter Thomas König, Ekkhard Meyer, Geschäftsführer der Städtisches Pflegezentrum Lüneburg gGmbH, und Betriebsratsvorsitzender Manfred Denker

Bisher galt die Anwendung des TVöD für das Seniorenzentrum als wirtschaftlich nicht tragfähig. Zur inzwischen veränderten Situation erläutert Heimleiter Thomas König: „Das 2016 in Kraft getretene Pflegestärkungsgesetz hat dazu geführt, dass die Kostenträger die Tarife anerkennen und gibt uns so die Möglichkeit, den TVöD anzuwenden.“ Betriebsratsvorsitzender Manfred Denker ergänzt: „Seit 2014 haben wir gemeinsam mit ver.di an einer tariflichen Lösung für unser Haus gearbeitet. Aber wir haben nie davon geträumt, dass der TVöD tatsächlich für uns möglich sein würde, höchstens ein Haustarifvertrag. Mit der jetzt gefundenen Lösung sind wir und unsere Kolleginnen und Kollegen sehr zufrieden.“

Laut ver.di ist das Seniorenzentrum Alte Stadtgärtnerei das einzige Altenpflegeheim in Lüneburg, das jetzt in den TVöD eingestiegen ist. Auch in der Region bilden kommunal geführte Häuser, die den TVöD anwenden, die absolute Ausnahme.